Patrick Tempel

Wohnraum schaffen statt Mangel verwalten: Warum der Mietpreisdeckel ein Irrweg ist und nur Bauen wirklich hilft

Die Mieten steigen und Wohnraum wird auch bei uns in Rostock und ganz Mecklenburg-Vorpommern immer knapper. Wenn dieses Thema auf den Tisch kommt, dauert es meist nicht lange, bis von linker Seite der Ruf nach einem Mietpreisdeckel laut wird. Das klingt im ersten Moment vielleicht verlockend, ist aber ein gefährliches politisches Scheinmedikament.

Die Realität ist: Sozialistische Preisgrenzen bringen absolut gar nichts.

Der Mietpreisdeckel baut keine einzige neue Wohnung Wer Mieten künstlich deckelt, setzt das grundlegende Gesetz von Angebot und Nachfrage nicht außer Kraft, sondern verschärft das Problem. Ein Mietpreisdeckel schreckt private Bauherren und Investoren ab, verhindert dringend notwendige Sanierungen und lässt den Wohnungsmarkt komplett erstarren. Am Ende wird nur der bestehende Mangel verwaltet, während die Schlange der Wohnungssuchenden immer länger wird. Das hat noch nie funktioniert und wird auch in Zukunft nicht funktionieren.

Das warnende Beispiel Berlin: Enteignung und Aufkauf sind eine Sackgasse Schauen wir auf das absurde Vorbild Berlin: Dort träumt man davon, für zweistellige Milliardenbeträge Wohnungen zu kaufen oder gar zu enteignen. Das mag der öffentlichen Hand auf dem Papier zwar Mieteinnahmen bescheren, aber das komplette Investitions- und Instandhaltungsrisiko für teils marode Altbauten liegt damit plötzlich beim Steuerzahler. Und das Entscheidende dabei: Durch diesen irrsinnigen Kapitalaufwand entsteht nicht eine einzige neue Wohnung!

Würde man diese Milliarden stattdessen in den echten Neubau stecken, wäre der Effekt gigantisch: Wir hätten auf einen Schlag tausende neue Wohnungen, die das Angebot vergrößern und den Markt massiv entspannen. Und ganz nebenbei hätte man bei echten Neubauten für die nächsten 30 Jahre absolute Sanierungsruhe, statt sich die Probleme veralteter Bestände ans Bein zu binden.

Die einzige Lösung: Bauen, bauen, bauen! Wenn wir den Druck aus dem Kessel nehmen und die Mieten stabilisieren wollen, gibt es nur diesen einen funktionierenden Weg: Wir müssen das Angebot vergrößern. Es muss gebaut werden – durch private Investoren, Genossenschaften und natürlich auch durch städtische Gesellschaften wie die WIRO. Mehr Wohnraum sorgt ganz automatisch für Entspannung auf dem Markt.

Wir müssen die Fesseln lösen: Auflagen entschlacken! Damit am Ende aber auch wirklich bezahlbare Wohnungen entstehen, müssen wir der Realität ins Auge blicken: Bauen ist in Deutschland schlichtweg zu teuer geworden. Wir treiben die Baukosten durch immer neue, ausufernde Auflagen, stetig steigende Energiestandards und einen undurchdringlichen Dschungel an bürokratischen Richtlinien in absurde Höhen. Wer heute neu baut, muss diese enormen Kosten zwingend auf die Miete umlegen.

Wenn wir wollen, dass der Neubau wieder günstiger wird, müssen wir massiv entschlacken. Wir brauchen:

  • Weniger Bürokratie: Genehmigungsverfahren müssen digitaler und vor allem drastisch schneller werden.

  • Realistische Standards: Wir müssen den Mut haben, überzogene Bau- und Umweltauflagen zurückzufahren. Pragmatismus muss vor ideologischen Maximalforderungen stehen.

  • Verlässlichkeit: Bauherren brauchen Planungssicherheit und keine ständig wechselnden Vorgaben aus der Politik.

Es ist Zeit für eine Politik, die wieder Rahmenbedingungen schafft, unter denen das Bauen wirtschaftlich möglich ist. Ideologische Verbote, Deckelungen und Enteignungsfantasien helfen niemandem – pragmatisches Anpacken und clevere Rahmenbedingungen dagegen allen, die auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung sind.