Schwarz-Rot-Gold: Unsere Farben der Freiheit und ein Auftrag für die Zukunft
Der Tag der Deutschen Einheit liegt gerade ein paar Tage hinter uns. Es ist ein Datum, das uns jedes Jahr aufs Neue daran erinnert, was mutige Menschen erreichen können. Vor 36 Jahren wurde aus zwei deutschen Staaten wieder einer. Gerade für uns hier in Rostock, wo die mutigen Demonstranten auf den Straßen und die Friedensgebete den Weg zur Freiheit mitgeebnet haben, hat dieses historische Ereignis eine tiefgreifende, sehr lokale Bedeutung.
Doch wenn wir über die Deutsche Einheit sprechen, müssen wir auch über das Symbol sprechen, das sie untrennbar begleitet: unsere Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold.
Für mich sind diese Farben viel mehr als nur ein Stück Stoff, das bei sportlichen Großereignissen oder an offiziellen Feiertagen weht. Schwarz, Rot und Gold sind die tiefsten Farben der deutschen Freiheits- und Demokratiebewegung. Sie stehen seit dem Hambacher Fest und der Revolution von 1848 für den unbändigen Wunsch der Menschen nach Einigkeit, Recht und echter Freiheit. Sie waren die Farben der ersten deutschen Demokratie in Weimar. Und sie waren es auch, die die Menschen 1989 bei der Friedlichen Revolution mutig auf den Straßen schwenkten – oft, indem sie das staatliche Wappen der Diktatur einfach aus der Mitte herausschnitten, um dem Wunsch nach einem freien Land Ausdruck zu verleihen.
Unsere Farben gehören in die demokratische Mitte
Ich bin fest davon überzeugt: Wir dürfen Schwarz-Rot-Gold niemals den politischen Rändern oder jenen überlassen, die unsere Gesellschaft spalten wollen. Diese Farben gehören fest in die demokratische Mitte. Sie stehen für einen gesunden, weltoffenen Patriotismus, der auf unserem Grundgesetz fußt. Wir dürfen und sollten stolz darauf sein, was wir als Land in Frieden und Freiheit gemeinsam aufgebaut haben. Es ist ein Zeichen von demokratischem Selbstbewusstsein, sich zu diesen Farben zu bekennen.
Die Einheit im Alltag leben
Gleichzeitig erinnert uns der 3. Oktober daran, dass die „innere Einheit“ unseres Landes kein rein historisches, abgeschlossenes Projekt ist. Der gesellschaftliche Zusammenhalt muss jeden Tag aufs Neue erarbeitet werden. Als Mitglied der Rostocker Bürgerschaft erlebe ich zum Glück täglich, wo diese Einheit ganz praktisch und unaufgeregt gelebt wird: in unseren Sportvereinen, beim ehrenamtlichen Engagement, in den Schulen und in der täglichen, harten Arbeit unseres Mittelstands. Dort, wo Menschen gemeinsam anpacken und sich für ihre Mitmenschen einsetzen, verschwinden ideologische Gräben ganz von allein.
Mein Auftrag in der Kommunalpolitik ist es, genau dieses konkrete Miteinander hier vor Ort in Rostock zu stärken. Wir brauchen pragmatische Lösungen statt endloser Debatten, um den Kitt unserer Gesellschaft zu erhalten.
Lassen Sie uns den Geist des 3. Oktobers bewahren. Lassen Sie uns Schwarz-Rot-Gold mit jenem Selbstbewusstsein tragen, das diese Farben verdienen – und lassen Sie uns die Einheit im Kleinen, in unserer direkten Umgebung, jeden Tag aufs Neue mit Leben füllen.