Patrick Tempel

Wenn berechtigter Protest gekapert wird: Lasst euch nicht vor den Karren spannen!

Die aktuellen Bilder von den Straßen in Frankreich machen nachdenklich. Was dort ursprünglich mit legitimen und ehrbaren Anliegen aus der Mitte der Gesellschaft begann, hat sich zu etwas völlig anderem entwickelt. Wir sehen, wie berechtigter Unmut zunehmend von linksextremistischen Gruppen unterwandert und für blinde Zerstörungswut missbraucht wird. Den radikalen Rädelsführern geht es längst nicht mehr um soziale Verbesserungen oder demokratischen Diskurs – es geht ihnen um puren Krawall und die Durchsetzung einer extremistischen Agenda.

Doch wir müssen gar nicht erst über die Grenze schauen, um dieses gefährliche Muster zu erkennen. Auch bei uns in Deutschland, etwa bei den jüngsten Berichten über Schulblockaden in Berlin, zeigt sich eine höchst bedenkliche Entwicklung.

Offiziell gehen junge Menschen dort für bessere Lernbedingungen und eine zeitgemäße Ausstattung auf die Straße – ein Anliegen, das ich als Kommunalpolitiker und Vater absolut teile und für das ich mich in der Rostocker Bürgerschaft tagtäglich einsetze. Doch wenn man genauer hinschaut und zuhört, fällt die Maske schnell: Im Kern geht es bei diesen Aktionen oft gar nicht mehr um den Zustand unserer Schulen. Plötzlich werden auf Schulhöfen und Straßen fundamentale verteidigungspolitische Fragen oder der hochkomplexe Nahostkonflikt zum eigentlichen Thema gemacht.

Das ist der Moment, in dem aus einem ehrbaren demokratischen Protest eine gezielte Instrumentalisierung wird. Hier werden die verständlichen Sorgen und die Energie junger Menschen als bloße Kulisse missbraucht, um radikale politische Ideologien zu platzieren, die mit dem eigentlichen Schulalltag rein gar nichts zu tun haben.

Demokratischer Protest ist ein hohes Gut in unserem Land. Aber er verliert seine Glaubwürdigkeit, wenn er von Extremisten gekapert wird. Deshalb richtet sich mein Appell heute ganz direkt an die junge Generation:

Liebe Schüler, nutzt euer demokratisches Recht! Demonstriert für eure Zukunft, für moderne Schulen, für gute Bildung und für eure echten Rechte. Unsere Gesellschaft braucht eure Stimme, eure Energie und euer Engagement.

Aber schaut genau hin, wer neben euch steht und wer ganz vorne das Mikrofon in der Hand hält. Geht keinen linken und linksextremen Demagogen auf den Leim, denen eure eigentlichen schulischen Probleme im Grunde völlig egal sind und die euch nur für ihren Systemkampf benutzen wollen. Bewahrt euch euren eigenen, klaren Verstand und vor allem: Lasst euch niemals für radikale Zwecke vereinnahmen!